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Rennordnung des SSD e.v.
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Sprint | Middle Distance

Rennordnung Sprint

Anmeldungsregelement | Regeln für Start und Ziel | Regeln für die Strecke | Verhalten | Regelverstösse

1. Anmeldungsreglement

1.1 Zulassungsbedingungen

1.1.1 Anmeldungen

Die Anmeldungen zu einem Rennen müssen vor Beginn des Rennens eingereicht werden, d.h. vor dem Schlusstermin, der vom für das Rennen verantwortlichen Organisator bestimmt wird.

1.1.2. Fahrer

1.1.2.1) Der Fahrer des ersten Laufes eines Wettkampfes mit einem Gespann muss dieses Gespann auch während der folgenden zwei Läufe führen.

1.1.2.2) Jeder Fahrer, der bei einem Lauf disqualifiziert wurde, darf den Wettkampf nicht fortführen.

1.1.2.3) Das Mindestalter der Fahrer für die Teilnahme an offiziellen Rennen ist:

" Kategorie D 12 Jahre
" Kategorie C & Pulka 14 Jahre
" Kategorie B 16 Jahre
" Kategorie A & O   18 Jahre

(lt. FISTC Generalversammlung vom 23./25. Juni 1995 in Salzburg)

 

1.1.3 Hunde

1.1.3.1) Der Rennleiter kann unter Angabe einer gerechtfertigten Begründung einem Gespann oder einem Hund die Anmeldung verweigern.

1.1.3.2) Ist der Rennleiter davon überzeugt, dass ein Gespann oder ein Hund nicht in der Lage ist, den Lauf sicher zu beenden, wird disqualifiziert.

1.1.3.3) Nur ein Gespann oder ein Hund darf den Wettkampf beenden, der beim Start des Ersten Laufes eingespannt war.

1.1.3.4) Ein disqualifiziertes Gespann oder ein disqualifizierter Hund dürfen an dem Wettkampf nicht mehr teilnehmen.

1.1.3.5) Die Zulassung der Hunde ist auf die vier nordischen Rassen mit FCl-anerkannten Papieren beschränkt (Siberian Husky, Alaskan Malamute, Grönländer, Samojeden).

1.1.3.6) Am Rennen teilnehmende Hunde müssen mindestens 12 Monate alt sein.

1.1.4 Krankheiten

1.1.4.1) Hunde oder Ausrüstungsgegenstände, die aus einem Zwinger stammen, in denen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Leptospirose oder andere ansteckende Krankheiten festgestellt wurden, sind nicht zugelassen.

1.1.4.2) Diagnostiziert der Renntierarzt bei einem auf dem Rennplatz anwesenden Hund eine ansteckende Krankheit, so wird das betreffende Gespann disqualifiziert und muss sofort das Rennplatzgelände verlassen.

1.1.4.3) Jeder am Rennen teilnehmende Hund muss gegen Tollwut und Parvospirose geimpft sein.

1.1.5 Markierungen

Jeder Hund muss vor dem ersten Lauf aus Identifikationsgründen markiert werden, jeder Teilnehmer muss sich der Markierung seiner Hunde unterwerfen. Es sind nur gechipte Hunde zugelassen.

 

1.1.6 Gespanngröße

1.1.6.1) Ein Gespann der offenen Klasse (O) soll (beim ersten Lauf) aus nicht weniger als acht Hunden bestehen und (bei folgenden Läufen) aus mindestens sechs Hunden.

1.1.6.2) Ein Gespann der auf acht Hunde (A) limitierten Klasse soll (beim ersten Lauf) aus nicht mehr als acht und (bei folgenden Läufen) nicht weniger als fünf Hunden bestehen.

1.1.6.3) Ein Gespann der auf sechs Hunde (B) limitierten Klasse soll (beim ersten Lauf) aus nicht mehr als sechs und (bei folgenden Läufen) nicht weniger als vier Hunden bestehen. Bei Rennen ist die auf sechs Hunde (B) limitierte Klasse in zwei Gruppen unterteilt:

1.1.6.3.1) Gruppe B1:
Nur Siberian Huskies oder gemischtes Gespann mit einem oder mehreren Siberian Huskies.

1.1.6.3.2) Gruppe B2:
reserviert für Grönländer, Alaskan Malamute, Samojeden.

1.1.6.4) Ein Gespann der auf vier Hunde (C) limitierten Klasse soll (beim ersten Lauf) aus nicht mehr als vier und (bei folgenden Läufen) nicht weniger als zwei Hunden bestehen. Bei Rennen ist die auf vier Hunde (C) limitierte Klasse in zwei Klassen unterteilt:

1.1.6.4.1) Gruppe C 1:
Nur Siberian Huskies oder gemischtes Gespann mit einem oder mehreren Siberian Huskies.

1.1.6.4.2) Gruppe C2:
reserviert für Grönländer, Alaskan Malamute, Samojeden.

1.1.6.5) Nach dem ersten Lauf und jedem folgenden Lauf darf der Fahrer die Größe seines Gespanns reduzieren, wobei die Mindestgröße nicht unterschritten werden darf.

1.1.6.6) Ein Gespann der Klasse Skandinavischer Pulka darf nicht mehr als drei Hunde umfassen.

1.1.6.7) Die Klasse Skandinavischer Pulka wird in zwei Gruppen unterteilt: Skandinavischer Pulka Damen: S.D.
Skandinavischer Pulka Männer: S.H.

1.1.6.8) Ein Gespann der Klasse Skijöring darf nicht mehr als zwei Hunde umfassen (lt. GV FISTC 2002, Bratislava).

 

1.2 Hunden verabreichte Medikamente

1.2.1 Untersagte Medikamente

Alle Medikamente, die auf der F.I.S.T.C. Liste für untersagte Medikamente aufgeführt sind, sind verboten (die Liste kann auf Anfrage beim F.I.S.T.C. Sekretariat angefordert werden).

1.2.2 Medikamentenkontrolle

1.2.2.1) Jeder Hund kann kontrolliert werden. Mehrere Hunde eines Gespannes können kontrolliert werden.

1.2.2.2) Wird eine Kontrolle für einen Hund angeordnet, muss der Fahrer anwesend sein und schriftlich dem Zuständigen der Kontrolle alle Medikamente angeben, die dem Hund oder den Hunden in den letzten 72 Stunden vor dem Rennen verabreicht wurden.

1.2.2.3) Verweigert ein Fahrer die Kontrolle bei einem bestimmten Hund, wird das Gespann disqualifiziert.

1.2.2.4) Wird bei einem Hund eines Gespanns der Nachweis eines verbotenen Medikamentes erbracht, wird dieses Gespann disqualifiziert.

1.3 AUSRÜSTUNG

1.3.1 Inspektion

1.3.1.1) Fahrer, Gespanne und Ausrüstungsgegenstände müssen auf dem Stakeout Gelände mindestens 10 Minuten vor der geplanten Startzeit für eine Inspektion zur Verfügung stehen.

1.3.1.2) Ein bereits eingeschirrtes Gespann soll nicht länger als sechs Minuten für die Inspektion vor dem geplanten Start in Anspruch genommen werden.

1.3.1.3) Die Inspektionen im Start-/Zielbereich dürfen andere Gespanne nicht behindern.

1.3.1.4) Ein Gespann muss auf Antrag des Rennleiters nach jedem Lauf für eine Inspektion zur Verfügung stehen.

 

1.3.1.5) Jede Ausrüstung unterliegt der Genehmigung des Rennleiters.

1.3.1.6) In der Kategorie Pulka werden vor und nach jedem Lauf die Gewichte durch die Rennhelfer kontrolliert. Das Wiegeverfahren wird vom Rennleiter vor dem Rennen angekündigt.

1.3.1.7) Alle Teilnehmer müssen sich davon überzeugen, dass ihre Ausrüstung vor und nach jedem Lauf kontrolliert wird.

1.3.2) Geschirre und Zugleinen

1.3.2.1) Alle Hunde müssen einfach oder doppelt eingeschirrt werden.

1.3.2.2) Alle Hunde müssen mit der Hauptzugleine durch eine Halsleine und eine extra Leine verbunden werden. Der Leithund muss mit dem Gespann durch eine extra Leine verbunden werden. Die Verwendung einer Halsleine ist für Gespannleithunde obligatorisch.

1.3.3) Schlitten und Pulkas

1.3.3.1) Der Schlitten

1.3.3.1.1) Der Schlitten muss den Fahrer tragen können und eine geeignete Fläche für den Transport eines Hundes haben.

1.3.3.1.2) Ein Schlitten muss mit einer soliden Bremse, einem Brusbow, einem Schneeanker und/oder mit einer Notleine ausgestattet sein.

1.3.3.1.3) Auf dem Schlitten muss ein Packsack mitgeführt werden, der einen sich widersetzenden Hund sicher verwahren kann.

1.3.3.2) Der Pulka

1.3.3.3) Der Pulka muss durch zwei feste Zugstangen mit dem (den) Hundegeschirr(en) verbunden sein, damit der Pulka nicht auf die eingespannten Hunde auflaufen kann.

1.3.3.4) Der Pulka muss so gebaut sein, dass die vorderen Kufenenden nicht frei liegen und dadurch Fahrer oder Hund gefährden.

1.3.3.5) Der Pulka muss dergestalt ausgestattet sein, dass die Ladung fest verankert ist.

1.3.3.6) Der Pulka muss mit einer Leine versehen sein die während des Rennens mit dem Fahrer verbunden ist.

1.3.3.7) Bei drei Hunden ist die Pulkabremse Pflicht.

 

1.3.4 Sonstige Ausrüstung

1.3.4.1) Maulkörbe oder Würgehalsbänder sind verboten.

1.3.4.2) Peitschen sind verboten.

1.3.4.3) Jedem Teilnehmer wird vom Veranstalter eine Startnummer zugeteilt. Der Fahrer muss seine Startnummer während des gesamten Rennens sichtbar tragen.

1.3.4.4) Das Gesamtgewicht, das von den vier nordischen Rassen in der Klasse Pulka zu ziehen ist, bewegt sich zwischen:

10 kg für 1 Rüden 7 kg für 1 Hündin
20 kg für 2 Rüden    14 kg für 2 Hündinnen
25 kg für 3 Rüden     16 kg für 3 Hündinnen
19 kg für 1 Rüden und 2 Hündinnen
22 kg für 2 Rüden und 1 Hündin
Änderungen vorbehalten!

1.3.4.5) das Gesamtgewicht umfasst:

Die Zusatzlast
Den Pulka  
Tragbahren   
Geschirre und Zugleinen

1.3.4.6) Das Zusatzgewicht ist von jedem Teilnehmer selbst zu stellen.

1.3.5 Zeitfrist für Disqualifikation

1.3.5.1 Zeit erster Lauf

Ein Gespann wird für die folgenden Läufe disqualifiziert, wenn seine Rennzeit mehr als 50% über der Durchschnittszeit der schnellsten drei Gespanne im selben Lauf und derselben Klasse beträgt.

1.3.5.2 Zeit zweiter Lauf

Ein Gespann wird für den dritten Lauf disqualifiziert, wenn seine Rennzeit mehr als 50% über der Durchschnittszeit der drei schnellsten Gespanne im zweiten Lauf und der gleichen Klasse beträgt.

1.3.5.3 Zeit dritter Lauf

Es gibt keine Disqualifikationszeit.

 

2. Regeln für Start und Ziel

2.1 Startordnung

2.1.1) Die Startnummern für den ersten Lauf des Rennens werden am Donnerstag vor dem Rennen um 15.00 Uhr durch das Los bestimmt, welches entweder durch den Teilnehmer, den Vertreter des Landes oder bei Fehlen bei der Parteien durch den Rennleiter gezogen wird.

2.1.2) Die Startreihenfolge des ersten Tages wird durch die Startnummer bestimmt, wobei Nummer 1 als Erster startet, Nummer 2 als Zweiter, usw.

2.1.3) Die Startreihenfolge des zweiten Tages ergibt sich durch die Rennzeiten des ersten Tages mit dem schnellsten Gespann als Erstem, dem zweitschnellsten Gespann als Zweitem, usw.

2.1.4) Die Startreihenfolge des dritten Tages ergibt sich durch die Gesamtzeiten der zwei Läufe mit dem schnellsten Gespann als Erstem, dem zweitschnellsten Gespann als Zweiten, usw.

2.2 Zeitgleichheit

2.2.1) Sind die Gesamtzeiten zweier Gespanne identisch, ergibt sich die Startreihenfolge dieser zwei Gespanne durch die Umkehrung der Startreihenfolge des Vortages.

2.2.2) Haben Gespanne während des gesamten Rennens die gleichen Zeiten, wird ihnen der gleiche Startort zugeteilt und sie folgen unmittelbar dem vorhergehenden Teilnehmer.

2.3 Startpunkt und Startzeit

2.3.1) Der Rennleiter bestimmt den Startpunkt eines jeden Gespannes.

2.3.2) Die Zeitnahme eines Gespannes beginnt mit der in der Startliste vorgesehenen Zeit.

2.3.3) Ein Gespann, das sich nicht am Startpunkt zum vorgesehenen Zeitpunkt befindet, gilt als verspätet.

2.3.4) Ein verspätetes Gespann wird nur während der ersten Hälfte der Zeit, die es von dem folgenden trennt, in der Startzone zugelassen. Nach Ablauf dieser Zeit darf das Gespann erst nach dem Start des letzten Gespannes seiner Klasse starten und dies nach einer vorgeschriebenen Wartezeit.

2.3.5) Ein verspätetes Gespann darf die anderen Gespanne nicht behindern.

2.3.6) Gibt es mehrere verspätete Gespanne, starten diese in der Startreihenfolge, die für sie ursprünglich vorgesehen war.

2.3.7) Ein Gespann, das sich nicht mindestens bis zum Augenblick des Startes des nächsten Gespannes 30 m vom Startpunkt entfernt hat, kann disqualifiziert werden.

2.4 Hilfen in der Startzone

2.4.1) Die Art und der Umfang der Hilfen in der Startzone wird vom Rennleiter festgesetzt und vor Beginn des ersten Laufes des Rennens bekannt gegeben.

2.4.2) Sobald ein Gespann bei einem offiziellen Start die Startzone verlassen hat, kommen alle Rennregeln zur Anwendung.

2.5 Einlauf

2.5.1) Ein Gespann beendet den Lauf, wenn der Fahrer des Gespannes die Zieleinlauflinie überquert hat.

2.5.2) Wenn ein führerloses Gespann die Ziellinie überquert, wird die Zeit der Ankunft des Fahrers genommen.

2.6 Doping Kontrolle

Die Doping Kontrolle (Musher und Hunde) kann während eines oder mehrerer Läufe durchgeführt werden.

 

3. Regeln für die Strecke

3.1 Streckenlänge

3.1.1) Gespann und Fahrer müssen die gesamte vom Veranstalter festgelegte Strecke befahren.

3.1.2) Verlässt ein Gespann die Strecke, so muss der Fahrer das Gespann an die Stelle zurückführen, wo es die Strecke verlassen hat.

3.1.3) Die Ausschilderung zeigt an:

3.1.3.1) "Abbiegen nach rechts" wird durch ein rotes Schild auf der rechten Seite der Strecke angezeigt.

3.1.3.2) "Abbiegen nach links" wird durch ein rotes Schild auf der linken Seite der Strecke angezeigt.

3.1.3.3) "Geradeaus" wird durch blaue Schilder angezeigt.

3.1.3.4) "Vorsicht" wird durch ein gelbes oder oranges Schild angezeigt.

3.1.3.5) Das "Ende der Startzone' (Länge mindestens 30 m) wird durch Schilder auf jeder Seite der Strecke angezeigt.

3.1.3.6) Ein Schild "800 m" wird 800 m vor der Zieleinlauflinie aufgestellt, um den Beginn der "Zielzone" mit aufgehobenem Vortrittsrecht anzuzeigen.

3.1.3.7) Die Bezeichnung der Kategorien sind auf Tafeln angegeben, die sich vor den Abzweigungen befinden.

3.1.4) Kennzeichnungen

Die Strecken jeder Klasse können mit verschiedenen Farben gekennzeichnet werden. Diese Farben werden beim Musher Meeting am Donnerstagabend bekannt gegeben.

3.2) Verhalten auf der Strecke

3.2.1) Der Fahrer darf auf dem Schlitten fahren, pedalen oder mitlaufen. Der Fahrer darf seinem Gespann auf Langlauf- oder Tourenskiern folgen (Kategorie Pulka).

3.2.2) Jeder Fahrer, der während des Rennens ein anderes Fahrzeug als seinen Schlitten benützt, wird disqualifiziert.

3.2.3) Ein Fahrer darf kein anderes Gespann behindern.

3.2.4) Jeder Hund, der ein Rennen beginnt, muss dieses auch beenden, entweder eingeschirrt oder auf dem Schlitten transportiert. Ist ein Hund nicht mehr in der Lage zu laufen, kann der Fahrer den  Lauf nicht beenden.

3.2.5) Ein Hund, der nicht mehr in der Lage ist zu laufen, muss auf dem Schlitten mitgeführt werden.

3.2.6) Während des Rennens ist die Mitnahme von Personen auf dem Schlitten nicht erlaubt, es sei denn:

3.2.7) Dies ist vom Reglement vorgesehen.

3.2.8) Um einen anderen Fahrer in einer Notsituation mitzunehmen.

3.3) Hilfe auf der Strecke

3.3.1) Jedes Gespann kann (innerhalb der von dem Rennleiter bestimmten Bedingungen) Hilfen von Streckenhelfern erhalten, die sich an bestimmten Punkten der Strecke entlang befinden.

3.3.2.) Die Fahrer desselben Laufes können sich untereinander in der Weise unterstützen, wie dies vom Rennleiter genehmigt ist.

3.3.3) Die Unterstützung von Dritten, von einem bestimmten Assistenten oder von Zuschauern muss auf die Erhaltung des Schlittens beschränkt sein, ausgenommen in dem Fall, in dem ein führerloses oder unkontrollierbares Gespann eine Gefahr für ihn selbst, für andere Gespanne oder für Personen darstellt.

3.3.3.1) Ist der Fahrer in einer notfallfreien Situation anwesend, muss sich die Unterstützung auf die Erhaltung des Schlittens begrenzen.

3.3.3.2) Ist der Fahrer nicht anwesend, kann das Gespann angehalten und aufbewahrt werden, bis der Fahrer oder der Streckenhelfer es wieder abholt.

3.3.4.) Niemand darf ein Gespann wegführen und in die Nähe eines Gespannes laufen. Dem Fahrer ist es nicht erlaubt, den oder die Hunde vor ihm laufend zu führen, ausgenommen bei Gefällstrecken. Es ist erlaubt, einen Hund oder ein Gespann durch ziehen oder Schieben des Schlittens (Pulka) zu unterstützen.

3.4) Führerlose Gespanne oder Hunde

3.4.1.) Ein führerloses Gespann bzw. Führerloser Hund darf andere Gespanne nicht behindern oder eine Verzögerung für diese hervorrufen.

3.4.2.) Ein Fahrer muss sein führerloses Gespann oder führerlosen Hund zu Fuß einholen.

3.4.3.) Ein führerloses Gespann oder führerloser Hund darf die Strecke ohne Gefahr einer Strafe fortsetzen, wenn das Gespann oder der Hund die gesamte Strecke gelaufen ist und der Fahrer nur zulässige Hilfe von außen in Anspruch genommen hat.

3.4.3.1) Zulässige Hilfe von Außenstehenden ist auf das Anhalten und Festhalten des führerlosen Gespannes bzw. Hundes beschränkt.

3.5) Überholen

3.5.1.) Hat ein Gespann die Absicht, ein anderes Gespann zu überholen, kann der Fahrer des überholenden Gespannes das Vortrittsrecht in Anspruch nehmen, wenn sein Leithund noch etwa 15 m vom Schlitten des voranfahrenden Gespannes entfernt ist.

3.5.2.) Das überholte Gespann muss dem überholenden Gespann Platz machen, indem es an den Streckenrand fährt, langsamer fährt oder anhält, wenn dies vom Fahrer des überholenden Gespannes verlangt wird.

3.5.3.) Wurde ein Gespann überholt, kann dieses erst wieder überholen:

3.5.3.1) In der offenen Klasse: nach mindestens vier Minuten oder 1.600 Metern.

3.5.3.2) In der limitierten Klasse für acht oder weniger Hunde: nach mindestens zwei Minuten oder 800 Metern.

3.5.3.3) Der Intervall kann verringert werden, wenn die zwei Konkurrenten einverstanden sind.

3.5.4.) Verwickelt sich ein Gespann während des Überholvorganges, kann sein Fahrer fordern dass der überholte Fahrer in den offenen und den limitierten Klassen für acht oder mehr Hunde (maximal eine Minute) anhält und eine halbe Minute in allen anderen Klassen.

3.5.5.) Holt ein Fahrer zwei oder mehr stehende Gespanne ein, kann er all diese Gespanne überholen. Die haltenden Fahrer müssen die Strecke für überholende Gespanne freimachen.

3.5.6.) Aufeinanderfolgende Gespanne müssen einen Abstand von mindestens einer Gespannlänge einhalten, außer beim Überholen in der Zone ohne Vortrittsrecht.

 

4. Verhalten

4.1) Verantwortlichkeit und Sportlichkeit

4.1.1.) Die Fahrer sind für das Betragen ihrer Hunde, ihrer Helfer, sowie für ihr eigenes Betragen auf dem Rennplatz verantwortlich.

4.1.2.) Gesunder Menschenverstand und Sportlichkeit müssen vorherrschen. Entscheidet der Rennleiter zu irgendeinem Zeitpunkt, dass das Verhalten eines Fahrers, eines Helfers oder eines Gespannes auf dem Rennplatz nachteilig für den Sport oder das Rennen ist, wird dieses Gespann disqualifiziert.

4.2) Misshandlung von Hunden

4.2.1.) Das Schlagen eines oder mehrerer Hunde mit oder ohne Gegenstände ist verboten, es sei denn, dies ist erforderlich, um kämpfende Hunde zu trennen.

5. Regelverstösse

5.1) Meldung von Regelverstößen durch Mitglieder der Rennleitung

5.1.1.) Mitglieder der Rennleitung melden dem Rennleiter mündlich, über Funk oder persönlich sowohl unverzüglich als auch direkt nach dem Lauf, in dem die Verletzung stattgefunden hat, die offensichtlichen Regelverstöße.

5.1.2.) Der Rennleiter entscheidet in eigener Verantwortung über jeden von den Mitgliedern der Rennleitung beobachteten und gemeldeten Regelverstoß.

5.2.) Meldung von Regelverstössen durch Rennteilnehmer

5.2.1.) Fahrer, die einen Regelverstoß eines anderen Fahrers anzeigen wollen, müssen dies so schnell wie möglich nach dem Verstoß beim Rennleiter mündlich vorbringen.

5.2.2.) Dem mündlichen Bericht eines Teilnehmers muss ein schriftlicher Bericht folgen, der der Rennleitung spätestens eine Stunde nach Ende des Laufes, in der die Regelverletzung beobachtet wurde, vorgelegt werden muss.

5.2.3) Bei Einlegen eines Protestes durch einen Rennteilnehmer ist vom Protestierenden eine Protestgebühr von 100 SFR zu bezahlen.

5.3) Einsprüche und Anhörungen

5.3.1.) Jeder Fahrer oder Streckenhelfer, der in dem Bericht eines Regelverstoßes beschuldigt wird, kann Einspruch erheben und eine Anhörung vor der Rennleitung fordern.

5.3.2.) Diese Anhörung wird vom Rennleiter gewährt.

5.4) Disziplinarverfahren

5.4.1.) Für die Verletzung des gesamten Rennreglements der F.I.S.T.C. spricht der Rennleiter entweder eine mündliche Verwarnung aus, verhängt eine Zeitstrafe oder disqualifiziert den Fahrer und das Gespann vom Rennen.

5.4.1.1) Kein anderes Disziplinarverfahren kann angewendet werden.

5.4.1.2) Die Entscheidungen müssen so schnell wie möglich bekannt gegeben werden, spätestens zwei Stunden vor Start des nächsten Laufes.

5.4.1.2.1) Disziplinarverfahren nach Schluss des Laufes müssen noch vor der Siegerehrung erfolgen.

5.4.1.2.2) Bei Dopingkontrollen entfällt diese Zeitfrist, um die Ergebnisse der Laboruntersuchungen, sowie der Anhörungen, sollten diese erforderlich werden, abwarten zu können.

5.4.2.) Die Entscheidung des Rennleiters ist nicht anfechtbar.

Der SSD behält sich Irrtümer oder Änderungen vor.

Der Präsident

 

Rennordung Middle Distance

Grundausrüstung | Notausrüstung | Erste-Hilfe-Set | Verschiedenes

Für die Middle Distance Rennen gilt die Sprint-Rennordnung.

Zusätzlich wird eingeführt:

1. Grundausrüstung

" Schlitten mit Transportsack
" Schneeanker (Grösse und Stärke entsprechend der Gespanngrösse)
" Notleine

2. Notausrüstung

Kategorie C Kategorie B Kategorie A & O Kategorie S
1 Zuggeschirr 2 Zuggeschirre 3 Zuggeschirre 1 Führleine
1 Führleine 2 Führleinen 3 Führleinen 1 Neckline
1 Neckline 2 Necklines 3 Necklines Ersatzkarabiner
Ersatzkarabiner Ersatzkarabiner Ersatzkarabiner Ersatzbooties
Ersatzbooties Ersatzbooties Ersatzbooties Ersatzstock
      Plastik- oder Klebeband
      Kälteschutz
(Parka, Folie, Decke)

3. Erste-Hilfe-Set für Mensch und Hund

Erste-Hilfe-Set mit Sonnenbrille und Notfalldecke (Alu- oder Goldfolie)

3.1 Das Erste-Hilfe-Set Musher  kann bestehen aus:

Desinfektionsmittel 1 Allzweckschere
Elastomull Binden Dreieckstuch
Eis-Spray Sicherheitsnadeln
Aluminiumfolie Hansaplast
Idealast Binden Leukoplast
2 sterile Kompressen  

3.2 Das Erste-Hilfe-Set Hund  kann bestehen aus:

Desinfektionsmittel (Puder oder Spray) Mullbinden, 5 cm breit
Verbandswatte Leukoplast auf Rolle
elastische Binde Augentropfen

4. Verschiedenes

Weitere nützliche Hinweise und Empfehlungen für eine Ausrüstung in Middle Distance Rennen:

Führleine(n)
Neckleine(n)
Geschirr(e)
Karabiner
Messer oder Schere
zusätzliche Notleine
Zugleine
Notfalldecke (Alu oder Goldfolie)
Stirnlampe
Klebeband (wasserfest)
warme Jacke
ggf. Wasserschüssel und Wasser für die Hunde

Die Ergänzung und Erweiterung der Ausrüstung liegt im Ermessen jedes einzelnen Mushers.

Bei den langen Strecken wird auf der Hälfte der Strecke ein Verpflegungsposten (für Mensch und Hund) eingerichtet.

 



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